Rheinland-Pfalz auf Kongress „Ganztägig bilden. Ideen für mehr!“

Rheinland-Pfalz auf Kongress „Gangtägig bilden. Ideen für mehr!“
Rheinland-Pfalz beim Kongress „Ganztägig bilden. Ideen für mehr" (Foto: Sybille Strassner)
Jürgen Tramm

Ganztagsschulprogramm geht in die nächste Runde

Zum Abschluss des Bundesprogramms kamen in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Bildungsverwaltung und Schulen zusammen, um beim Kongress des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Kultusministerkonferenz (KMK) in Kooperation mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) zu diskutieren, was das Programm bewirkt hat und wie eine Fortsetzung in den einzelnen Ländern und in der bundesweiten Kooperation aussehen könnte.

Wie in jedem Jahr nahm auch 2015 eine große Delegation am diesjährigen Ganztagsschulkongress am 17.-18.9. in Berlin teil. Als Ausstellerschule für Rheinland-Pfalz reiste die Grundschule am Lemmchen aus Mainz Mombach mit.

Grundschüler als Experte in Gesprächsrunde am Länderstand - (c) DKJS/E.A. Jung-Wolff

Grundschüler als Experte in Gesprächsrunde am Länderstand - (c) DKJS/E.A. Jung-Wolff

Das Team bestand aus einer Lehrkraft, einem Schüler und einer Mutter. Gemeinsam stellten sie am Stand der Serviceagentur Rheinland-Pfalz die Beteiligungsansätze der Schule vor. Offene Lernformen, „Familienklassen“ und der Klassenrat prägen den Vormittag. Bei diesem Thema ist die Schule weit vorne, da einige Schüler – so auch der mitgereiste Tom – eine Klassenrats-Expertenausbildung gemacht haben und nun anderen Schüler und Lehrkräften erklären können, wie dieser funktioniert. Doch der Schule ist klar, dass Schülerbeteiligung auch den Nachmittag umfassen muss. Ein symbolischer Kompass weist der Schule dabei den Weg. Dieses Konzept stellte die Schule auf dem Kongress auch in einer von Anja Kremper moderierten Gesprächsrunde vor. Die Teilnahme als Ausstellerschule würdigte die Allgemeine Zeitung Mainz mit einem ausführlichen Artikel

 Ohne Beteiligung keine Innovation

Jürgen Tramm im Forum VI "Ohne Beteiligung keine Innovation"

Neben der Schule informierte das MBWWK über den Stand des Ganztagsschulausbaus in RLP und die Serviceagentur stellte ihre Unterstützungsangebote vor. Im von Clemens Brüchert vom PL moderierten Forum „Ohne Beteiligung keine Innovation“ stellte Jürgen Tramm für die Serviceagentur den Klassenrat und die Modellschulen für Partizipation und Demokratie vor.

In Berlin waren der Rückblick auf 11 Jahre Programm „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ und der Blick nach vorn die zentralen Themen.

Seit dem Start des Ganztagsschulprogramms im Jahr 2004 hat sich bundesweit viel getan: Mittlerweile arbeiten rund 60% aller allgemeinbildenden Schulen ganztägig. Rund 30.000 Pädagoginnen und Pädagogen haben in den vergangenen fünf Jahren an den Fortbildungen der Serviceagenturen „Ganztägig lernen“ in den Ländern teilgenommen. Über 700 Schulen sind in übergreifenden Netzwerken aktiv. 

Die Förderung des Programms „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ durch das BMBF läuft noch bis Ende dieses Jahres. Beim Kongress in Berlin ging es nicht nur um Rückblick und Bilanz, sondern auch um eine Fortsetzung der Zusammenarbeit auf Länderebene – mit einem bundesweiten Programmdach und den Serviceagenturen vor Ort. Dieses neue Programm hat eine Laufzeit von drei Jahren und soll die kontinuierliche Unterstützung von Ganztagsschulen sichern. Denn trotz aller Erfolge gibt es noch viel zu tun, um die Qualität an Ganztagsschulen flächendeckend weiterzuentwickeln. Gefragt ist ein neues Verständnis von Bildung, Lernen und Lehren, damit Kinder und Jugendliche wieder Erfolge erleben und mit Freude lernen. Was dies in Bezug auf die Fortführung der Serviceagentur in Rheinland-Pfalz bedeutet, wird das MBWWK in den nächsten Wochen und Monaten planen und entscheiden.

Weitere Berichte zum Programm des Kongresses finden Sie hier.